Öffnung der Heiligen Pforte

Mit einer Pontifikalvesper hat Bischof Dr. Konrad Zdarsa am 13. Dezember das Heilige Jahr der Barmherzigkeit für die Diözese Augsburg eröffnet. Es soll „zu einer besonderen Erfahrung der Gnade und der Versöhnung werden“, erklärte der Bischof. Höhepunkt war die Öffnung der Heiligen Pforte am Augsburger Dom zu Beginn der Vesper.

Mehrere hundert Gläubige hatten sich auf dem Domplatz versammelt, darunter zahlreiche Priester, Diakone und Ordensleute. Der Blick war auf die hell erleuchtete Pforte gerichtet. Bischof Konrad segnete diese, indem er mit dem Bischofsstab ein Kreuz auf die Schwelle des Bronze-Portals von Max Faller zeichnete. „Möge diese Pforte eine Pforte der Barmherzigkeit sein; wer durch sie hindurch geht, soll die tröstende Liebe Gottes erfahren, welcher vergibt und Hoffnung schenkt“, so der Bischof. Danach drückte er mit der Hand die Pforte auf und trat hindurch. Fanfaren erklangen. Nach einer Minute des Gebets und der Besinnung schlossen sich ihm die Weihbischöfe, Domkapitulare, Domvikare, Priester, Diakone und alle Gläubigen in einer Prozession in den Dom an.

„Das, was wir geschenkt bekommen haben, müssen wir zur Kenntnis nehmen und entdecken. So auch das Geschenk der Gnade Gottes“, sagte Bischof Konrad in seiner Predigt. Diese barmherzige Liebe des Vaters lenke unsere Schritte auf den Weg des Friedens. Die erste Botschaft, die an uns Menschen gehe, sei keine Aufforderung zum Tun, „sondern dass wir uns selbst erkennen als die, die der Rettung bedürfen“. Erst danach folge die Aufforderung zu handeln. Als Orientierung für das eigene Handeln dienten die geistigen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Bevor man diese Werke tue, solle man „ein Gebet des Dankes für die selbst erfahrene Barmherzigkeit“ sprechen. Denn „auf die Nähe des Herrn kommt es an. Sie ist unsere Kraft, der tiefste Grund unserer Freude“, so der Bischof.

Die Vesper endete mit der Einladung, „mit der Kirche das Jahr der Barmherzigkeit zu begehen“ und der Bitte, im „Alltag Zeugen der Barmherzigkeit Gottes zu sein“. Schließlich spendete Bischof Konrad den apostolischen Segen, der eigentlich dem Papst vorbehalten ist. Papst Franziskus jedoch hatte den Bischöfen das Recht gewährt, diesen Segen bei der Öffnung und beim Verschließen der Heiligen Pforten zu spenden.

pba

 

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Fotos: Zoepf, Schnall/pba