Seelsorge in Ehe-, Familien- und Lebensfragen

Gesamttätigkeitsbericht der psycholigschen Beratungsstellen 2015

 

Lassen Sie mich eine Geschichte erzählen, die ich neulich gelesen habe (Verfasser unbekannt).

Eines Tages kam einmal ein großer Schriftgelehrter zu einem frommen Bischof, mit dem er sprechen wollte, denn er habe eine entsetzliche Schuld zu beichten. Der Bischof sagte, dass kein Mensch so viel sündigen könne, dass Gott, der Barmherzige, ihm nicht verzeihen wollte. Der Schriftgelehrte sagte daraufhin, er halte sich selbst für einen schlechten und von Gott ungeliebten Menschen, denn er habe solch große Glaubenszweifel. Da erwiderte der fromme Bischof: „Nun, wenn Euch ein König in einem Krieg, den er führt, diejenige Grenzbefestigung anvertrauen würde, die am nächsten an den Linien des Feindes liegt, mir aber würde er eine andere anvertrauen, die mitten im Lande und in weiter Ferne von den Kriegsschauplätzen läge: Wem von uns beiden würde der König nach dem Ende des Krieges am meisten zu danken haben? Euch, wenn Ihr ihm geholfen hättet, die bedrohte Grenze zu verteidigen, oder mir, der ich ihm ein ungefährdetes Schloss erhalten hätte?“ „Bei Gott!“ antwortete der Schriftgelehrte, „mir doch wohl.“ „Nun, mein Lieber“, sagte daraufhin der Bischof, „mein Herz gleicht dem ungefährdeten Schloss, das mitten im Lande liegt; mich beunruhigt keine Versuchung und kein Zweifel. Aber ich kann Dir versichern, wenn mich Christus einmal am Jüngsten Tag zu seiner Rechten stellen wird, so wirst Du ganz gewiss einen erhöhten Ehrenplatz – ganz in seiner Nähe – erhalten. Denn Du hast Dich – obwohl da immer wieder Zweifel waren – nie wirklich von ihm abgewandt, hast mit Dir und Deinem Glauben gerungen und Dich immer wieder bewähren müssen. Ich aber hatte ein ruhiges und friedvolles Leben.“ So ging der Schriftgelehrte getröstet davon!

Zu uns kommen Menschen mit Zweifeln, Ängsten, Schuld und Sorgen und es ist unsere Aufgabe, ihnen so zu begegnen wie der Bischof in der Geschichte dem Schriftgelehrten begegnet ist: Einfühlsam, einfallsreich und barmherzig.
Die Werke der Barmherzigkeit sind heute anders zu buchstabieren, aber sie gelten immer noch. Bischof Joachim Wanke hat sie vor 10 Jahren anlässlich der Eröffnung des Elisabeth-Jahres vorgestellt.

Du gehörst dazu
Ich höre dir zu
Ich rede gut über dich
Ich gehe ein Stück mit dir
Ich teile mit dir
Ich besuche dich
Ich bete für dich
(Quelle: www.bistum-erfurt.de)

Bischofsvikar Prälat Dr. Bertram Meier
Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes

 

Lesen Sie hier den Tätigkeitsbericht der Psychologischen Beratungsstellen für Ehe-, Familien- und Lebensfragen der Diözese Augsburg:

Gesamttaetigkeitsbericht_EFL_2015-1.pdf (ca. 7 MB)