Tobias

Francesco Botticini, Der Erzengel Raphael mit Tobias und Stifter, 1480–1490, Sakristei der Kathedrale von Florenz

Francesco Botticini, Der Erzengel Raphael mit Tobias und Stifter, 1480–1490, Sakristei der Kathedrale von Florenz

Sohn des Tobit

Namensdeutung: der Herr ist gütig (hebr.)

Namenstage: Tobias, Toby, Tobbi, Tuvja, Bias, weibl.: Topsy

Gedenktag: 13. September

Lebensdaten: geboren in Ninive (bei Mosul, Irak), gestorben um 610 v.Chr. in Ekbatana (heute Hamadan, Iran)

Lebensgeschichte: Tobias’ Vater Tobit wird im gleichnamigen biblischen Buch als ein frommer und gerechter Israelit aus Tisbe in Galiläa geschildert, der in Ninive im assyrischen Exil lebt. Er gerät in Folge seiner barmherzigen Werke wie dem Begraben von Toten in Not und erblindet. Wie Hiob muss er sich die Frage anhören: „Wo ist denn der Lohn für deine Barmherzigkeit und Gerechtigkeit? Jeder weiß, was sie dir eingebracht haben“ (Tob 2,14). Tobit wünscht sich den Tod, ebenso eine junge Frau im weit entfernten Ekbatana: Sarah hat sieben Ehemänner bereits im Brautbett durch einen Dämon verloren und wird des Mordes bezichtigt. Darauf wird der Erzengel Raphael gesandt, um Tobits Blindheit zu heilen und Sarah mit dessen Sohn Tobias zu vermählen. Als unerkannter Reisebegleiter beschützt Raphael Tobias, zeigt ihm, wie er aus der Galle eines Fischs das Heilmittel für den Vater gewinnt, fesselt den Dämon und verheiratet Tobias mit Sarah. Sie reisen nach Ninive zurück, und als Tobit, Tobias und Sarah ihn entlohnen wollen, gibt Raphael sich als Engel zu erkennen und steigt in den Himmel zurück. Tobias zieht mit Sarah nach Ekbatana und stirbt mit 127 Jahren kurz nach der Eroberung Ninives durch die Perser.

Bedeutung: Das Buch Tobit mit seinen vielen liebenswerten Details wurde griechisch überliefert und gehört damit nicht zum Kanon der jüdischen Bibel. Doch es ist grundlegend für das gläubige Verstehen der Engel und insbesondere der Schutzengel, denen bestimmte Aufgaben zugewiesen sind.

Darstellung: mit Raphael und einem Hund als Begleiter, häufig klein am unteren Rand von Marienbildern wie bei der Augsburger „Knotenlöserin“ in St. Peter am Perlach

Patron: der Totengräber, Reisenden und Pilger, Helfer bei Augenleiden