Und wie geht’s weiter?

Gute Vorsätze wollen bedacht sein

Nach der Beichte ist eines versprochen: man fühlt sich unglaublich erleichtertet und spürt: jetzt geht wieder was! Und doch ist nach der Beichte auch irgendwie vor der Beichte. Die nächste Beichte kommt  – hoffentlich – bestimmt. Dazwischen soll was gehen. Und wie heisst es auf gut Bayerisch so vielversprechend: „A bisserl was geht oiwei!“ (Ein wenig geht immer!) Darum an dieser Stelle einige Tipps dazu, die hoffentlich helfen:

Tipp Nr. 1
Bevor Sie gleich ans Werk gehen, sollten Sie eines nicht vergessen: den Beichttag zu feiern. Es ist ein Festtag! Darum war das erste, was der barmherzige Vater mit dem wiedergefundenen Sohn tun wollte: richtig feiern! Also, gönnen Sie sich etwas, das ihnen Freude macht!

Tipp Nr. 2
Natürlich ist es dann auch wichtig, das, was man sich vorgenommen hat, umzusetzen. Stichwort „Vorsatz“. Eines gleich vorab: Weniger ist hier oft mehr. Kleine Schritte in die richtige Richtung geben am Ende erst den wirklichen Fortschritt. Nehmen Sie sich also nicht zu viel vor, das kann leicht entmutigen. Und Rückfälle werden kommen. Lassen wir uns nicht unterkriegen, bleiben wir dran!

Tipp Nr. 3
Versuchen Sie das Schlechte mit dem Guten zu überwinden. Gott glaubt an das Gute in uns. Denn allein das Gute ist die Kraft, die wirklich was schafft. Beispiel: Eine ausgeprägte Neigung zur Kritik kann ich dadurch angehen, dass ich weniger kritisiere. Nicht schlecht… Aber vielleicht noch besser: ich lobe einfach häufiger und werde so mehr und mehr ein „Mensch voll des Lobes“. Damit wächst nicht nur in mir das Gute, sondern auch in anderen.

Tipp Nr. 4
Machen Sie es konkret! Für einen Vorsatz ist nichts schädlicher als unverbindlich zu bleiben. Beispiel „Nächstenliebe“. Natürlich kann ich nicht gleich alle auf einmal lieben. Das muss auch nicht sein! Aber ich kann meine Aufmerksamkeit verständnisvoll auf einen bestimmten Menschen richten, mit dem ich mich schwer tue. Frei nach dem Motto: Wo wir nicht lieben können, versuchen wir wenigstens zu verstehen! Und wo wir mehr Verständnis aufbringen, verkürzt sich „ganz automatisch“ der Weg zum Zueinander und dann auch zur Nächsten-Liebe.

Tipp Nr. 5
„Bedenkt es auf eurem Lager und werdet stille!“ Ein guter Vorschlag aus Psalm 4, 5 den Tag am Abend noch einmal kurz Revue passieren zu lassen. Noch einmal mit Gott drauf zu schauen. Was alles so war. Meine ganz persönliche Tagesschau mit Gott sozusagen. Mit vier Augen sieht man ja bekanntlich mehr. Und dann schon mal einen Blick hinüberwerfen auf den nächsten Tag. Ein Gebet und das Kreuzzeichen schenken schließlich einen gesegneten Tagesabschluss. Versprochen!

Tipp Nr. 6
Nach der Beichte ist vor der Beichte. Vielleicht ist das der wichtigste Vorsatz überhaupt: dass wir immer wieder zum Beichten gehen. Dass wir uns gerne von der Vergebung beschenken und vom barmherzigen Vater in den Arm nehmen lassen. Am besten Sie machen einen festen Beichttermin mit Ihm aus. Alle heiligen Zeiten etwa – zu Ostern und Weihnachten. Manche gehen monatlich, weil sie längst gespürt haben, wie gut Ihnen die Beichte tut!