Andachten

 

 

Maiandacht – Maria, Mutter der Barmherzigkeit

Diese vorliegende Andacht ist als Maiandacht im Jahr der Barmherzigkeit gedacht. Sie kann aber auch sonst im Heiligen Jahr als Marienandacht gefeiert werden.

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Andacht von der Göttlichen Barmherzigkeit

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Der barmherzigen Dreieinigkeit begegnen – Eine Bildbetrachtung

Vor der gemeinsamen Betrachtung sollte eine Zeit zur Einstimmung sein, z.B. mit meditativer Musik oder Stille. Ein Gebet kann dann am Beginn der gemeinsamen Betrachtung stehen. Z.B. GL 19.1
Das Bild zeigen bzw. als Karte austeilen

 

Die barmherzige Dreieinigkeit, Keramik: Sr. Caritas Müller OP, Cazis; © ars liturgica Buch- & Kunstverlag MARIA LAACH, Nr. 4573;
www.maria-laach.de/verlag. Das Motiv ist als Kunstkarte unter der Nr. 404573 beim Verlag erhältlich.

 

Verweilen und sich sammeln lassen

Diese Keramik im Kloster der Dominikanerinnen in Cazis in der Schweiz lädt die Gäste zur Sammlung ein. Alle halten beim Vorbeigehen wie von selbst inne. Das Original ist 45×40 cm groß. Die Plastik regt die Menschen, die auf ihr Zimmer gehen, an, zu verweilen und sich sammeln zu lassen. Dazu helfen drei Bögen: der eine auf der linken, der andere auf der rechten Seite und ein weiterer von oben her. (Zeit zum Entdecken und Schauen lassen!)

Die drei helleren Bögen führen zu einem vierten dunkleren in der Mitte. Sie leiten auch die Betrachterin/den Betrachter an, wahrzunehmen, wie sie/er jetzt selbst da ist. (Guten Platz einnehmen, zur Ruhe kommen, den Atem wahrnehmen …). Jetzt kann das Anschauen gesammelt weitergehen. Entscheidend ist das, was in der Begegnung zwischen denen, die betrachten und dem Bild geschieht.

 

Sich für das Wirken des Geistes öffnen

Ignatius von Loyola ist in seinen Geistlichen Übungen, den Exerzitien, die klare Ausrichtung im Beten auf Gott wichtig. Sehr konsequent fordert er dazu immer wieder zu Beginn jeder Gebetszeit auf. Diese Grundausrichtung im Vorbereitungsgebet ist wie ein Tor, durch das Gottes Geist ins Beten und im Beten führt.

Ähnlich auf unserem Bild: Wie durch ein „Einfallstor“ fällt von oben Gottes Geist in der Gestalt der Taube in diese Welt hinein – Erinnerung an Gottes Schöpferkraft. „Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ Martin Buber übersetzt: „Braus Gottes schwingend über dem Antlitz der Wasser“ Genesis 1,2. Auch die Zungen von Feuer sind zu sehen, die nach dem Sturm-Brausen erscheinen. Sie verteilen sich auf die Einzelnen und lassen sie zu Geist-Erfüllten werden. (Apostelgeschichte 2,2ff.).

Vielleicht klingt das bekannte Lied an: „Der Geist des Herrn erfüllt das All mit Sturm und Feuersgluten.“ (GL 347)

In diesem Geist kann die gefährdete und bedrohte Schöpfung ihr Gesicht erheben, können Menschen ohne Angst ihr wahres Gesicht zeigen und sich voll Zutrauen ihrem Schöpfer zuwenden.
Was geschieht, ist Geist-Geschehen, kommt aus Gottes Initiative und hat von ihm seine Kraft und Dynamik. Diese Leben schaffende Gotteskraft durchdringt jeden weiteren Weg durch die Geschichte. Gottes Geist wirkt dort, wo der Mensch sich für Gott öffnet, sich von ihm anrühren lässt. Was geschieht, ist nicht Menschenwerk. Es ist Gottes Werk. Er schafft Shalom, Aufatmen und Leben in Fülle. Zeichen dafür ist die Friedenstaube über allem. Gott gibt dem Leben Flügel. Er schenkt Frieden. Wie aktuell in unseren Tagen!
(Evtl. meditative Zwischenmusik)

 

Sich von Gottes Zuneigung tragen lassen

Gottes Geist führt zu dem Geschehen, das die beiden anderen Kreise miteinander verbindet. Wir sehen einen Menschen, dunkel, in der Färbung des Erdbodens – Adam, der Mensch, von der Erde, der Adamah (hebräisch), genommen. Er sieht aus wie leblos, kraftlos und ohnmächtig, in sich zusammengesunken. Er wird behutsam-kraftvoll getragen und gestützt. Zwei männliche Gestalten tun dies voll Zuwendung und Zuneigung. Die eine auf der rechten Seite greift dem Menschen wie beim Erste-Hilfe-Rettungsgriff unter die Arme und wendet sich mit einer zärtlich-liebevollen Berührung dem Gesicht des Gebrechlichen zu. Sogar die Rippen sind zu erkennen und zu zählen. Sichtbares Zeichen menschlicher Not. Bilder von Menschen im Hunger stellen sich ein …

Die andere Gestalt umfasst voll Liebe das Bein des schwachen Menschen und wendet sich ihm zärtlich-stützend zu. Der Mensch – mit seinem Leben fast am Ende – steht im Lebensraum der Zuneigung der beiden anderen und so am Anfang neuen Lebens. Nicht allein sein, getragen und angenommen sein, sind Grundpfeiler menschlichen Lebens. Wie wenig ist der Mensch – bin ich – aus eigener Kraft … „Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,5)
(Zeit zum Verweilen)

 

Wer sind die Tragenden?

So tritt Gott in Menschengestalt ein. In seiner Schöpfung lässt er sich auf den Weg mit dem Menschen ein. Gottes Weg ist der Menschen-Weg. Er geht auch an die Schwachstellen meines Lebens.

Wem fällt nicht der Vater ein, der dem Verlorenen nachgeht (Lukas 15): Ein Vater voll Barmherzigkeit und unendlicher Geduld. Mit langem Atem kann er warten und ist ganz Zuneigung und Hingabe. Und auf der „Fußseite“ der Sohn Jesus Christus, der den Seinen im Abendmahlssaal die Füße wäscht, ganz Diener, ganz unten (Johannes 13). Gott am Tiefpunkt des Menschen. Und: Der Mensch in seiner Arm-Seligkeit. Gott ist für ihn da.

Der Schöpfer lässt den Menschen nicht fallen. „Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.“ (Psalm 139, 4) Gottes tragende Kraft hilft auf, sie hilft zum Leben.

Dieser Gott lässt nicht ins Bodenlose fallen. Der Mensch in seiner Not wird zur Mitte, so wie Jesus immer wieder Kranken den Platz in der Mitte zugewiesen hat. In seiner ganzen Barmherzigkeit wendet er sich dem Menschen zu. Dieses Menschenleben ist trotz aller äußeren Not gehalten und geborgen. Da wird deutlich, wer die Welt wirklich im Letzten zusammenhält: ein starker Gott, der sich hineingibt in menschliche Ohnmacht und Schwäche. Er nimmt sie an und teilt sie.

Er ist Zuneigung, buchstäblich von Kopf bis Fuß.

So können wir singen: „Du starker Gott, der diese Welt im Innersten zusammenhält.“ (Stundengebet) Er ist Dreh- und Angelpunkt dieser „Drehscheibe“ Erde und Mensch. Er wird auch dem Kraftlosen helfen, dass er wieder auf die Füße kommt und sich wieder aufrecht hinstellen kann (vgl. Ezechiel 2,2 wo es heißt: „kam der Geist in mich und stellte mich auf die Füße“). Gott schafft rechte Beziehung, Gerechtigkeit, Rechtfertigung. Sein Geist hilft unserer Schwachheit auf.

 

(Stille)

 

Der „barmherzigen Dreieinigkeit begegnen“

So sind „alle drei“ an diesem Geschehen beteiligt, Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist. Deshalb hat das Bild auch den Namen „Die barmherzige Dreieinigkeit“ bekommen. Das eher bekannte Motiv des Gnadenstuhls – der Vater hält den Sohn am Kreuz, über allen die Geisttaube – wird hier auf den Menschen übertragen.

Wer im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit nach Gott sucht, kann ihn finden.

Auch ich darf in meiner Schwachheit der grenzenlosen Liebe Gottes begegnen. Er ist Begegnung und Liebe: Dieser Gott ist ganz Beziehung. „Barmherzig ist er und gnädig, langmütig und reich an  Güte“ (Psalm 103.8)

(Evtl. Meditative Musik)

Diese barmherzige Dreieinigkeit ist die Mitte der Schöpfung. Sie führt die oft gebrochene Schöpfung zur Vollendung. „Um der Schöpfung willen geht der dreifältige Gott selbst erlösend in ihr Leiden und ihre Todesverfallenheit ein.“ (Gisbert Greshake)

(Evtl. Zeit geben, damit die Gruppe eigene Eindrücke zum Bild sagen kann)

 

Gebet

Du Gott Vater, du richtest auf,
Du Gott Sohn Jesus Christus, du trägst in der Tiefe,
Du Gott Heiliger Geist, du Kraft aus der Höhe,
Du barmherzige Dreieinigkeit:
Wir bergen uns in dir und leben durch dich heute,
alle Tage, in der Stunde unseres Todes und in Ewigkeit.

Amen

 

Der Text von Domkapitular i.R. Franz-Reinhard Daffner ist ursprünglich erschienen im Werkheft der Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL), und wurde für das Jahr der Barmherzigkeit überarbeitet.