Jahr der Barmherzigkeit geht zu Ende

Ein ganzes Jahr lang hat die Katholische Kirche in besonderer Weise der Barmherzigkeit Gottes gedacht. Am 13. November schloss Bischof Dr. Konrad Zdarsa die Heilige Pforte am Hohen Dom zu Augsburg. Nach der Pontifikalvesper um 18 Uhr verließen alle Gläubigen in einer feierlichen Prozession den Dom durch die Heilige Pforte. Bischof Konrad durchschritt die Pforte als Letzter und schloss sie. In Rom fand das Heilige Jahr eine Woche später, am 20. November, seinen Abschluss.

Weihbischof Florian Wörner hat als Beauftragter des Bistums für das Heilige Jahr die Vorbereitungen koordiniert. Dem Weihbischof ist es zudem ein Anliegen, das Thema Barmherzigkeit über das Heilige Jahr hinaus wach zu halten: „Die Heiligen Pforten werden zwar geschlossen, aber Gottes erbarmende Liebe wirkt weiter.“ Die Menschen sollten auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen und sie im Umgang miteinander bezeugen. Daher wünsche er sich als Frucht dieses Jahres „eine neue Kultur des barmherzigen Umgangs miteinander – und zwar im Kleinen wie im Großen“. Unumgänglich sei dazu die verstärkte Wiederbelebung der Beichte. Diese Neubelebung des Bußsakraments sei im Heiligen Jahr bereits in vielen Pfarreien spürbar geworden, stellt Weihbischof Wörner rückblickend fest.

In der Katholischen SonntagsZeitung erzählten Beichtpriester und Beichtende in einer wöchentlichen Serie von ihren Erfahrungen mit dem Bußsakrament. Das Institut für Neuevangelisierung sammelte diese „Beichterlebnisse“ und veröffentlichte sie in Zusammenarbeit mit dem Sankt Ulrich Verlag in einem Büchlein. Neben den persönlichen Beichterfahrungen sind in dem Buch auch die Beichtstühle aus 16 verschiedenen Kirchen des Bistums abgedruckt. Insgesamt wurden etwa 15.000 Exemplare an verschiedene Pfarreien und Einzelpersonen versandt. Das Interesse ging weit über die Grenzen des Bistums hinaus: So hat es unter anderem Bestellungen aus Norddeutschland, der Schweiz und Österreich gegeben.

Nicht nur in Rom, sondern in den Diözesen und besonders auch in den einzelnen Pfarreien wurde das Heilige Jahr der Barmherzigkeit auf Wunsch von Papst Franziskus begangen. Für Weihbischof Wörner ist dies besonders gut gelungen: „Ein Blick auf die Homepages der Pfarreien, Einrichtungen, Bewegungen und Verbände zeigt, wie intensiv dieses Heilige Jahr bistumsweit aufgenommen und konkret umgesetzt wurde. Das ist beeindruckend und ich bin sehr erfreut und dankbar.“ In vielen Pfarreien seien die Werke der Barmherzigkeit in Vorträgen, Veranstaltungen und Besinnungstagen thematisiert worden. Zum einen seien leibliche Werke wie die Hospiz- und Flüchtlingsarbeit in der Diözese, die Tafeln für Bedürftige und zahlreiche Initiativen im sozialcaritativen Bereich im Mittelpunkt gestanden. Aber auch geistliche Werke wie Kinderbibeltage und Wallfahrten seien auf dem Programm gewesen. Auch in der Schulpastoral und im Religionsunterricht sei das Thema Barmherzigkeit behandelt worden. So wurden zum Beispiel spezielle Unterrichtsmaterialien zu „Flucht, Asyl, Heimat“ entworfen.

Weitere Schwerpunkte des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit lagen auf liturgischen Feiern wie den „24 Stunden für den Herrn“, den Pilgerwegen im Bistum sowie auf dem Sakrament der Versöhnung und dem Jubiläumsablass, der bistumsweit in 28 „Ablasskirchen“ gewonnen werden konnte. Ein Höhepunkt des Heiligen Jahres war die große diözesane Rom-Wallfahrt im Mai 2016 gemeinsam mit Bischof Konrad. Auch der Weltjugendtag Ende Juli 2016 in Krakau stand im Zeichen des Heiligen Jahres.

pba/suv