Johannes Bosco

Priester, Ordensgründer

Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)

Namenstage: Johannes, Johann, Hans, Hannes, Jan, Janis, Yannik

Gedenktag: 31. Januar

Lebensdaten: geboren am 16. August 1815 in Becchi bei Turin, Italien, gestorben am 31. Januar 1888 in Turin

Don Bosco am Schreibtisch, 1865/68

Don Bosco am Schreibtisch, 1865/68

Lebensgeschichte: Giovanni Melchiorre Bosco kam am 16. August 1815 in Becchi in einer armen Bauernfamilie zur Welt. Als er gerade einmal zwei Jahre alt war, starb der Vater; die Mutter musste unter schwierigsten Bedingungen sich und die drei Buben durchbringen. Erst mit neun Jahren durfte er im Nachbardorf lesen und schreiben lernen. In dieser Zeit hatte er einen Traum. Er sah raufende und fluchende Buben und wollte dazwischengehen. Doch eine Stimme sagte zu ihm: „Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst du sie dir zu Freunden machen.“ Johannes verstand nicht ganz, was der Traum bedeutete. Die Stimme versprach noch die Unterstützung einer „Lehrerin“ – gemeint war die Gottesmutter Maria. Dieser Traum sollte Programm seines Lebens werden. Mit 15 Jahren durfte er endlich richtig zur Schule gehen und das Gymnasium besuchen. Dort gründete er den „Club der Fröhlichen“ und ließ sich seine Fröhlichkeit auch durch nichts nehmen.
Als Zwanzigjähriger trat er ins Priesterseminar ein, sechs Jahre später wurde er zum Priester geweiht. Sein Primizspruch lautete: „Gib mir Seelen, alles andere nimm“ (Gen 14,21). Als junger Don, wie die Weltpriester angeredet werden, trat er seine erste Dienststelle in Turin an. In dieser durch die Industrialisierung heruntergekommenen Stadt schockierte ihn vor allem der Zustand der Jugend, die arbeits- und zukunftslos herumlungerte und nicht selten straffällig wurde. In seinem ersten Jahr dort verirrte sich einmal einer dieser Jugendlichen in seine Sakristei. Don Bosco kam mit ihm ins Gespräch, erklärte ihm, was er hier so machte, und lud den Jungen ein, wiederzukommen. So entstanden erste Kontakte. Bald wurde die Gruppe größer, mit der Don Bosco zuerst nur seine Freizeit verbrachte; später lehrte er sie lesen, schreiben und den Katechismus. Als ihm Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden, gründete er sogenannte „Oratorien“, in denen sich die Jugendlichen aufhalten und lernen konnten. Später kamen Lehrwerkstätten, Schulen usw. hinzu; viele Helfer unterstützten ihn bei seiner Arbeit. Seine Mutter führte den Haushalt der kleinen Gemeinschaft.
Doch das Ansehen der Kirche war in dieser Zeit der Industrialisierung äußerst schlecht; viele nahmen Anstoß an seinem Wirken, sogar einige Attentate wurden auf ihn verübt, bei denen Don Bosco aber nichts passierte. Sein ganzes Leben galt Gott und der Jugend. Er wollte die Jugendlichen mit Vernunft, Religion und Liebe führen und setzte seine ganze Kraft für sie ein. Dabei blieb er immer seinem bekannten Motto treu: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“
Im Jahr 1859 gründete er mit den besten Helfern und Jugendlichen die „Gesellschaft des heiligen Franz von Sales“, die Salesianer Don Boscos. Etwas später entstanden in Zusammenarbeit mit Maria Dominika Mazzarello die „Töchter Mariens der Hilfe der Christen“. Auch eine Laienorganisation, die „Vereinigung der Salesianischen Mitarbeiter“, brachte Don Bosco noch hervor. Mit 72 Jahren starb er am 31. Januar 1888 in Turin. Zu diesem Zeitpunkt gab es 250 Häuser, in denen 130000 Jugendliche Heimat fanden, davon 18000 eine Ausbildung machen konnten und 6000 Priester hervorgingen.

Verehrung: Im Jahr 1934 wurde Don Bosco heiliggesprochen. Zu seinem 100. Todestag 1988 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum „Vater und Lehrer der Jugend“ ernannt.

Ausspruch des hl. Don Bosco: „Der hat sein Leben am besten verbracht, der die meisten Menschen hat froh gemacht.“