Johannes Maria Vianney

Statue in der Kirche Saint-Loup, Sermentizon (Auvergne). Foto: Romary (CC BY-SA 3.0)

Statue in der Kirche Saint-Loup, Sermentizon (Auvergne). Foto: Romary (CC BY-SA 3.0)

Pfarrer von Ars

Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)

Namenstage: Johannes, Johann, Jan, Jean, Juan, Giovanni, Janis, Hannes, Hans, Yannik, weibl.: Johanna, Jeanne, Jana

Gedenktag: 4. August

Lebensdaten: geboren am 8. Mai 1786 in Dardilly bei Lyon, gestorben am 4. August 1859 in Ars-sur-Formans

Lebensgeschichte: Der arme Bauernsohn Jean-Marie Vianney wuchs in den Jahren der Französischen Revolution ohne regelmäßige Messfeiern und ohne jegliche schulische Bildung auf. Erst mit 17 Jahren konnte er die rudimentäre Pfarrschule des Ortsgeistlichen Charles Balley besuchen und hatte dementsprechend Schwierigkeiten beim Lernen. Als er im Sakrament der Firmung Stärkung erfuhr, nannte er sich zu Ehren seines Firmpatrons Johannes des Täufers zusätzlich Baptiste. 1809 zum Militär eingezogen, entzog er sich durch Desertion dem Kriegsdienst und lebte unter falschem Namen als Lehrer in einem Bergdorf. Nachdem eine Amnestie ihm die Rückkehr erlaubt hatte, konnte er die Schule beenden und wurde von Pfarrer Balley ans Priesterseminar vermittelt, wo sich seine intellektuellen Probleme aber so häuften, dass Vianney wieder fortgeschickt wurde. Balley konnte die Verantwortlichen jedoch davon überzeugen, dass seine Frömmigkeit die geistigen Beschränkungen aufwog, und 1815 wurde er zum Priester geweiht.
1818 übernahm er die Pfarrstelle in Ars, einem Dorf mit etwa 250 Einwohnern, die sich bis auf den Besuch der Sonntagsmesse nicht für Religion interessierten. Vianney verschönerte in seiner unfreiwillig großen Freizeit die Kirche, sprach die Menschen freundlich an und gab den Armen alles, was er hatte. Es sprach sich herum, dass er kaum aß und ganze Nächte im Gebet in der Kirche verbrachte, so dass er einige Menschen an sich binden konnte, mit deren Hilfe er 1824 eine Mädchenschule eröffnen konnte. 1827 konnte er stolz vermelden, dass sein Dorf „bekehrt“ sei: Er hatte die vier Wirtshäuser aus der Nachbarschaft der Kirche verbannt, die häufigen Tanzveranstaltungen und Sonntagsarbeit abgeschafft und alle Menschen unter seiner Kanzel, wenn er predigte. Als Vianneys extrem asketische Lebensweise und strenge Bußübungen, seine Güte, die Heimsuchung durch den Teufel und einige Wunder bekannt wurden, kamen immer mehr Menschen von außerhalb, um bei ihm zu beichten. Eine richtiggehende Wallfahrt aus ganz Frankreich setzte zu seinem Beichtstuhl ein, in dem er häufig schon ab ein Uhr morgens saß.
Dreimal versuchte der Pfarrer aus Ars zu fliehen, aber weder die Dorfbewohner noch die Kirchenoberen erlaubten ihm den Rückzug. Auch die Kapläne, die man ihm zur Seite stellte, konnten seine Überanstrengung nicht lindern. Er starb ausgezehrt mit 73 Jahren.

Verehrung: In Ars wurde zu Ehren des heiligen Pfarrers eine Basilika erbaut, in der seine unversehrten Gebeine in einem Glasschrein von bis zu 500.000 Menschen im Jahr verehrt werden. 1905 wurde er selig-, 1925 heiliggesprochen, 1929 zum Patron der Pfarrer erklärt. Aus Anlass seines 150. Todestages feierte die Kirche von Juni 2009 bis Juni 2010 ein Jahr des Priesters.

Darstellung: als hagerer Priester mit violetter Stola

Patron: der Pfarrer