Johannes von Gott

Ordensgründer

Namensdeutung: Gott ist gnädig (hebr.)

Namenstage: Johannes, Johann, Jan, Jean, Janis, Hannes, Hans, Yannik, weibl.: Johanna, Jeanne

Gedenktag: 8. März

Lebensdaten: geboren am 8. März 1495 in Montemor-o-Novo, Portugal, gestorben am 8. März 1550 in Granada

Zeitgenössisches Portrait von Pedro Raxis d.Ä., um 1550, Museo de San Juan de Dios, Granada. Foto: Woodquarter (CC BY-SA 3.0)

Zeitgenössisches Portrait von Pedro Raxis d.Ä., um 1550, Museo de San Juan de Dios, Granada. Foto: Woodquarter (CC BY-SA 3.0)

Lebensgeschichte: João Ciudad Duarte verließ mit acht Jahren sein Zuhause. Vielleicht hatte ihn ein Geistlicher entführt, damit der Knabe ihm beim Betteln helfe. Jedenfalls starb seine Mutter aus Kummer über den Verlust des einzigen Kindes, der Vater trat als Laienbruder in ein Kloster ein. Johannes fand sich in der andalusischen Burg Oropesa wieder, wo er der Verwalterfamilie 20 Jahre als Viehhirte diente. Vermutlich erhielt er schon damals den für Findelkinder üblichen Beinamen „von Gott“. Als Soldat im kaiserlichen Heer gelangte er bis nach Wien und kehrte im Anschluss wieder in seinen Heimatort zurück, wo er vom Schicksal seiner Eltern erfuhr.
Er wollte dann als Missionar nach Nordafrika, verdingte sich aber stattdessen beim Festungsbau in Ceuta, um eine in Not geratene Familie zu unterstützen. Schließlich ließ er sich als Buchhändler zuerst in Gibraltar, dann in Granada nieder.
Eine Predigt des durchreisenden Johannes von Ávila erschütterte ihn 1539 derart, dass er seine weltlichen Bücher verbrannte, die geistlichen verschenkte und wie von Sinnen durch die Stadt lief, bis man ihn zu den „Verrückten“ sperrte. Dort lernte er die Not der Kranken kennen und stellte sich fortan in deren Dienst. In einem gemieteten Haus wandte er als erster moderne Methoden an: die Trennung der Patienten nach ihrer Krankheit, ihre Unterbringung in einem eigenen Bett, die Behandlung durch einen Arzt. Oftmals las Johannes Kranke auf der Straße auf und trug sie selber in sein Hospital. Noch im selben Jahr konnte er sein erstes Krankenhaus eröffnen, für das er unermüdlich Speisereste und Spenden sammelte. Anfangs verlacht, erwarb er sich mehr und mehr die Achtung und das Wohlwollen zahlreicher Gönner.
1547 konnte er sein zweites Hospital mit 100 Betten eröffnen, in dem auch Obdachlose und ausgesetzte Kinder Aufnahme fanden. Immer mehr Männer schlossen sich ihm an, halfen im Pflegedienst und beim Bau der Häuser. Daraus entstand nach seinem Tod der Orden der „Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott“, auch „Hospitalorden“ genannt.
Im Sommer 1549 rettete er zahlreiche Kranke aus dem brennenden Königlichen Hospital in Granada, und im darauffolgenden Winter versuchte er vergebens, ein Kind aus dem Hochwasser zu ziehen. Er selbst wurde durch seinen Einsatz so krank, dass er am 8. März 1550 an den Folgen seiner Rettungsaktion starb.

Verehrung: 1630 wurde Johannes selig- und 1691 heiliggesprochen. Seine Verehrung ist außer bei den Barmherzigen Brüdern vor allem in Spanien und Portugal lebendig.

Darstellung: meist mit Säcken oder Körben, mit Kreuz, Rosenkranz, manchmal mit dem Jesuskind auf dem Arm, das einen Granatapfel – Zeichen für Granada – in der Hand hält

Ausspruch des hl. Johannes: „Sei immer liebevoll, denn wo keine Liebe ist, da ist Gott nicht, auch wenn Gott an jedem Ort ist.“

Patron: von Granada, der Kranken, der Krankenhäuser und -pfleger, der Buchhändler und Buchdrucker