Mutter Teresa

Ordensfrau, Ordensgründerin

Namensdeutung: von der Insel Thera stammend (griech.)

Namenstage: Teresa, Therese, Theresia, Resa, Resi, Tessa, Thea

Gedenktag: 5. September

Lebensdaten: geboren am 27. August 1910 in Skopje (heute Mazedonien), gestorben am 5. September 1997 in Kalkutta

Mutter_Teresa

Foto: Manfred Ferrari (CC BY-SA 4.0)

Lebensgeschichte: Anjezë Gonxha Bojaxhiu stammte aus einer albanischen katholischen Familie. Sie erlebte eine frohe Kindheit, doch als sie neun Jahre alt war, starb der Vater. Agnes besuchte das Gymnasium der Jesuiten und wollte bereits mit zwölf Jahren Missionarin werden. Mit 18 Jahren schloss sie sich in Dublin den Loreto-Schwestern an, einem irischen Zweig der Englischen Fräulein, die sie umgehend ins Noviziat nach Indien schickten, wo sie in Kalkutta als Lehrerin und später auch als Direktorin der höheren Mädchenschule tätig war. 1931 legte sie dort ihre Gelübde ab und nahm aus Verehrung für die heilige Therese von Lisieux, der Patronin der Missionare, den Ordensnamen Teresa an. Am 10. September 1946 hörte sie bei einer Fahrt durch Kalkutta den Ruf Christi „Mich dürstet“ und verstand ihn als Aufforderung, sich um die Ärmsten zu kümmern. Sie erhielt vom Bischof und der Ordensleitung die Erlaubnis, das Kloster zu verlassen und in den Slums zu arbeiten und zu leben. Wie die Menschen dort trug sie nur noch einen schlichten Sari mit blauer Borte. Schwester Teresa eröffnete eine Schule, kümmerte sich um die Kranken und pflegte obdachlose Leprakranke. Ehemalige Schülerinnen und Helferinnen kamen, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen. So entstand 1950 die Kongregation der Missionarinnen der Nächstenliebe. Aus Schwester Teresa wurde Mutter Teresa – ein Name, der um die Welt ging. Einmal fand Mutter Teresa eine Frau, die elend auf der Straße starb. Daraufhin gründete sie Sterbehospize für die Ärmsten. Zu den Schwestern kamen bald die Missionsbrüder der Nächstenliebe hinzu. Mutter Teresas Lebenswerk war es, Christus in den Armen zu dienen, wofür sie zahlreiche Ehrungen erhielt, darunter 1979 den Friedensnobelpreis. Ihre Nobelpreisrede nutzte sie für ein flammendes Plädoyer gegen die Abtreibung: „Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? … Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts.“ Der „Engel der Armen“ erhielt nach seinem Tod ein Staatsbegräbnis, an dem die ganze Welt Anteil nahm.

Verehrung: Am 19. Oktober 2003 sprach Papst Johannes Paul II. seine Freundin Mutter Teresa nach dem kürzesten Seligsprechungsprozess aller Zeiten selig. Mit den 2000 eingeladenen römischen Obdachlosen wurde die Zeremonie zu einem „Fest der Armen“. Im früher atheistischen Albanien, das bis 1990 jegliche Religionsausübung verboten hatte, wird der Tag ihrer Seligsprechung als Nationalfeiertag begangen.