Therese von Lisieux

Mystikerin, Ordensfrau, Kirchenlehrerin

Namensdeutung: von der Insel Thera stammend (griech.)

Namenstage: Theresa, Therese, Theresia, Resa, Resi, Tessa, Thea

Gedenktag: 1. Oktober

Lebensdaten: geboren am 2. Januar 1873 in Alençon (Normandie), gestorben am 30. September 1897 in Lisieux

Foto von 1894

Foto von 1894

Lebensgeschichte: Die Halbwaise Marie-Françoise Martin war als Zehnjährige nach der Vision einer lächelnden Madonna von einer tödlichen Krankheit genesen und führte die Bekehrung eines verurteilten Mörders auf dem Schafott auf ihr stellvertretendes Gebet als 14jährige zurück. Sie wollte es ihren zwei älteren Schwestern gleichtun und sofort in den Karmel eintreten, was ihr selbst der Papst bei einer Audienz nicht gewährte. Erst mit 15 konnte sie in Lisieux mit dem Ordensnamen ihres Vorbilds, der heiligen Teresa von Ávila, eintreten. Schwester Therese vom Jesuskind und vom heiligen Antlitz fand bald ihre Berufung: im Verborgenen zu beten und eigenes Leiden für die Priester aufzuopfern, sich selber zu vergessen und kleine, diskrete Liebeswerke zu tun, weil sie nicht glaubte, große Werke vollbringen zu können. Sie las die Werke des heiligen Johannes vom Kreuz, was für eine junge Karmelitin sehr ungewöhnlich war, bewunderte das Martyrium der Karmelitinnen von Compiègne, die Opfer der Französischen Revolution geworden waren, und entdeckte 1894 für sich schließlich den „kleinen Weg“: klein zu bleiben vor Gott und sich und alles seiner Barmherzigkeit zu überlassen und in Ermangelung eigener Heiligkeit ein überbordendes Gefäß für die Heiligkeit Gottes zu werden. Im begleitenden Gebet für zwei junge Missionsbrüder sowie in ihrem Briefwechsel erkannte sie immer mehr auch einen missionarischen Auftrag, und sie begann auf Bitten ihrer Oberin, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Ab 1896 erkrankt, verfiel Thereses Gesundheitszustand zusehends, verstärkt noch durch die Enttäuschung über eine vorgebliche, spektakuläre Konversion, an die sie geglaubt und die sie durch Einschicken eines Selbstbildnisses als Jeanne d’Arc unterstützt hatte. Im August 1897 wurde bei ihr Tuberkulose im Endstadium diagnostiziert. Sie versprach auf dem Totenbett, Rosen vom Himmel regnen zu lassen, und verstarb mit 24 Jahren.

Verehrung: Schon bald nach ihrem Tod wurden Wunder und Heilungen auf ihre Fürsprache berichtet. 1923 wurde sie selig-, 1925 heiliggesprochen und 1927 neben dem heiligen Franz Xaver zur Patronin aller Missionen erklärt. Die Kathedrale von Lisieux, in der ihre Gebeine ruhen, ist die größte Kirche, die im 20. Jahrhundert erbaut wurde. Zur „kleinen Therese“ pilgern jährlich rund eineinhalb Millionen Menschen. 1997 erhob Papst Johannes Paul II. sie zur Kirchenlehrerin. 2008 erfolgte auch die Seligsprechung ihrer Eltern Zélie und Louis Martin. Sie werden am 18. Oktober 2015 heiliggesprochen.

Darstellung: als Karmelitin, mit Rosen oder Kruzifix

Patronin: von Frankreich, der Karmelitinnen und der Missionen